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Sarah Natalie Maeder, Sopran

Die Schweizer Sopranistin Sarah Maeder schloss Ihr Musikstudium bei Dorothea Bamert-Galli in Zürich mit dem Lehrdiplom und dem Konzertdiplom ab - beide mit Auszeichnung.

Erste Bühnenerfahrungen holte sich die junge Künstlerin am Schweizer Opernstudio Biel (Hochschule der Künste Bern) wo sie ihre gestalterische und gesangliche Kompetenz unter anderem als Cleopatra in Händels Giulio Cesare und als Beth in The Tender Land von Copland entfalten konnte.

Am Theater Biel-Solothurn übernahm sie die Partie des Bubikopf im Kaiser von Atlantis von V. Ullmann. Mit dem Jungen Theater Graz glänzte sie als Gräfin in Figaros Hochzeit und überzeugte als Donna Anna in Don Giovanni. Auf der Operettenbühne sah man sie als Franzi in Wienerblut, als Kurfürstin Marie im Vogelhändler und als Gräfin Carlotta in Gasparone.

Ihr viel beachtetes Rollendébut als Königin der Nacht gab sie in Vaduz, was ihr hervorragende Kritiken eintrug. Mit einer erfolgreichen Aufführung im Berliner Dom präsentierte sie sich den Zuhörern in der deutschen Hauptstadt.

Parallel zur Ausbildung in Biel erhielt die junge Sängerin wertvolle Impulse von Helmut Rilling an der Bachakademie Stuttgart, von Laura Sarti an der Académie de Musique in Sion sowie von Klesie Kelly an der Musikhochschule Köln.

Die Zusammenarbeit mit Professore Vincenzo Antonio Manno (Accademia Teatro alla Scala, Milano) führt sie regelmässig nach Mailand.

Ein Liedkurs bei Daniel Fueter am Konservatorium Zürich weckte ihre Leidenschaft für den Liedgesang. Davon zeugen ihre Liederabende mit dem renommierten Pianisten Gérard Wyss und ihre erste, gemeinsam gestaltete und von der Kritik gelobte CD „Après un rêve“. Regelmässig ist Sarah Maeder auch mit der Liedbegleiterin Hanny Schmid Wyss in der Schweiz unterwegs.

Ihr umfassendes Konzertrepertoire vom Barock bis hin ins 20. Jahrhundert spiegelt ihre reiche musikalische Erfahrung. Mit ihrer linearen Stimmführung und nuancenreichen Timbre ist sie für das Koloraturfach des Barocks ebenso prädestiniert wie für das klassische und romantische Repertoire.

Neben ihrer vielfältigen Konzerttätigkeit im In- und Ausland ist Sarah Maeder eine gefragte Musikpädagogin.


 

Fünf Fragen an Sarah Natalie Maeder

1Sarah Maeder Sie wirken im kommenden September als Solosopranistin in den Carmina Burana-Aufführungen des Teamchors Jona mit. Carl Orffs «Beuroner Gesänge» sind nicht einfach in Worte zu fassen, werden aber doch mit vielen Etiketten versehen. Hymnus an die Lebenslust, unvergleichliches Populärwerk, Klangjuwel des 20. Jahrhunderts - so einige der vielen Titel. Was ist Carmina Burana für Sie?
Sie bringen schon viele Begriffe hinein die ich vollkommen und gerne unterschreiben kann. Ich durfte die Carmina Burana bereits vor einigen Jahren singen und habe mich schon damals intensiv mit den Texten auseinandergesetzt um die Hintergründe ihrer Entstehung etwas besser verstehen und interpretieren zu können. Ich bin fasziniert, wie die beinahe 800-jährigen Texte noch immer Spiegel unserer Gesellschaft sind. Auch bin ich beeindruckt, wie es dieses Werk über Jahrzehnte geschafft hat - und noch immer schafft - Menschen in ihren Bann zu ziehen. Man braucht keine besondere Affinität zur Klassischen Musik – das Werk ist mit seinem «O Fortuna» einfach in jedermanns Ohr…. Sei es aus Filmen, Werbung, Konzerten usw.
2Wie weit sind die Vorbereitungen auf die fünf Aufführungen in Rapperswil bereits gediehen?
Was ich so höre von überall her wird viel geprobt und gesungen. Wir Solisten waren bis jetzt noch nicht dabei, werden aber demnächst zu den Proben dazustossen. Das ist für mich immer besonders aufregend, wenn man das erste Mal mit allen zusammenkommt und sich Einzelfragmente zu einem Ganzen zusammenfügen. Ehrlich gesagt bin ich dann fast ein bisschen aufgeregter als vor dem eigentlichen Konzert.
3Sie sind in Rapperswil-Jona aufgewachsen, wohnen heute in Tann/ZH, haben aber schon in der ganzen Schweiz und in vielen anderen Ländern an Konzerten gesungen. Wie fühlt sich das «Heimspiel» in der Rosenstadt mit den Aufführungen im ENTRA – KK Zürisee und openair auf dem Hauptplatz an?
Ich liebe Rapperswil – sei es für einen Bummel durch die Altstadt mit meiner Familie oder eben um in einem so fulminanten Werk mitwirken zu dürfen. Dieses am Fusse des Schlosses auf dem Hauptplatz aufzuführen ist schon ein besonderes Highlight. Und auf das Entra-KK Zürisee freue ich mich besonders. Ich habe schon viele schwärmen gehört von der tollen Akustik und dem imposanten Saal – ich bin sehr gespannt.
4Sie arbeiten in diesem Projekt mit dem Teamchor Jona Leiter Max Aeberli zusammen – einmal mehr, darf man sagen. Was zeichnet die augenscheinlich fruchtbare Zusammenarbeit Maeder-Aeberli aus?
Da gibt es zahlreiche Gründe: Zum einen ist Max Aeberli für mich ein wunderbarer Musiker, der stets versucht, sich in den Dienst der Musik und des Komponisten zu stellen. Er weiss und sagt ganz genau, was er musikalisch will, lässt einem als Musikerin dann aber auch die nötigen Freiheiten zur Umsetzung. Er versteht es, stets hochwertige und eindrückliche Konzertprogramme zusammenzustellen, die immer seine unvergleichliche Signatur tragen. Zum anderen verbindet uns mittlerweile eine schöne Freundschaft. Wir haben bereits zahlreiche Projekte miteinander gemacht - seit meinen Anfängen begleitet mich Max und ich habe ihm viel zu verdanken. Deshalb ist es mir auch eine grosse Ehre und Freude an seinem imposanten Schlussbouquet mit dem Teamchor Jona Teil der Carmina Burana sein zu dürfen – auch wenn dies durchaus mit gewissen wehmütigen Gefühlen einhergeht.
5Und zu guter Letzt: Auch wenn man nicht so bewandert ist mit dem Inhalt von Carmina Burana, so kennen doch die meisten Leute den berühmten Start mit dem opulenten und kraftvollen «O Fortuna». Wo berührt und bewegt Sarah Maeder das Werk? Wo gibt es für Sie und hoffentlich auch fürs Publikum weitere Gänsehautmomente?
Oh, da gibt es vieles, worauf man sich freuen kann: sei es der klagende Schwan der bald in der Pfanne landet (vom Tenor gesungen) oder das vom Männerchor gesungene «In taberna quando sumus» mit dem pulsierenden zungenbrecherischen Text. Allgemein finde ich den Mix aus Rhythmus, Perkussion, Stimmen und Texten extrem stark und fesselnd. Und natürlich freue ich mich auf die wunderschöne schlichte Kantilene «In trutina». Der Sopranpart darf sich den eher sinnlichen Themen und der Liebe hingeben – eine schöne Aufgabe. Und dann wären ja noch diese letzten vier Takte, das «Dulcissime» mit den Worten «Du Süssester, ah, ganz gebe ich mich dir dahin». Carl Off schien hier keine Grenzen nach oben zu sehen…
 
Interview: Gabi Corvi, Juni '22